Liebes Christkind!…

Als der Bleistift wieder im Federpennal landet, ist das Kind plötzlich zwei Zentimeter größer. Mindestens. Er ist so stolz auf seinen ersten selbst geschriebenen Brief an das Christkind. In akkuraten Lettern vorgeschrieben von mir natürlich, so ist’s gewünscht. Aber: selbst ich bin völlig überrascht, wie sauber und genau mein Noch-nicht-Schulkind die Korrespondenz „nach oben“ zu Papier bringt.

Da kann man sagen was man will über die Weihnachtszeit. An diesem Abend liegt es wirklich in der Luft, das Magische, das so schön kribbelig Zauberhafte dieser Jahreszeit, das mich seit meiner Kindheit bis heute innerlich nachwärmt.

Ja, ich mag Weihnachten. Und nein, ich gehöre nicht der „Wahrheitsfraktion“ an, sondern erzähle meinen (kleinen) Kindern vom Christkind und vom Licht, das dieses in die dunkle Zeit des Jahres bringt. Meine Kinder dürfen auch dran glauben, dass das Wohnzimmer am Heiligen Abend dem Fleiß und Zauber des Christkindes zu verdanken ist und deswegen werden bei uns auch Briefe geschrieben, die dann am nächsten Morgen auf wundersame Weise verschwunden sind.

Ich denke so gern daran zurück, wie sehr mein Bruder und ich den Glauben an diese Magie geliebt haben. Und mein Vater hat das jedes Jahr förmlich zelebriert. Ich glaube, er ist am allermeisten auf das Theater abgefahren. 😉 Bis heute rätsle ich zum Beispiel, wie er es geschafft hat, ohne unser Wissen die Kerzen am Baum anzuzünden und das Glöckchen zu läuten. Das Wohnzimmer war doch gerade noch versperrt und die Scheiben in den Türen zugeklebt?!…

Wie auch immer, Weihnachten ist toll. Und das gebe ich nur zu gerne an meine Kinder weiter. Die Große weiß natürlich schon, wie es funktioniert. Und sie ist mit Begeisterung dabei, das „Geheimnis“ für ihre Brüder aufrecht zu erhalten.

Mit Midi habe ich heuer das erste Mal gemeinsame Sache gemacht. So lass ich ihn langsam hinüber gleiten in die Wahrheit des Schenkens. Wir waren einkaufen, nur wir zwei, am Abend, es war schon eher ruhig, kurz vor Geschäftsschluss. … Ja, einkaufen gehört doch dazu, auch das Hineilen auf den einen Tag, den einen Abend. Darf alles sein. Man muss es ja nicht gleich übertreiben…

Jedenfalls hab ich meinen Midi kurzerhand gefragt, ob wir beide für Lilli Christkind spielen sollen. Erst hat er mich etwas verwundert angeschaut, aber dann war er Feuer und Flamme. Ein Geheimnis haben, nichts verraten dürfen, er als Christkind, oh ja!! Es hat ihn später fast zerrissen vor lauter Mitteilungsdrang gegenüber seiner Schwester, ABER er hat es geschafft dicht zu halten. Jetzt freut er sich darauf, dass er seiner Lilli am Heiligen Abend ein Paket überreichen darf. Ein ganz besonderes Paket. Mit einem Inhalt, den er aussuchen durfte. Bei einem Einkaufsbummel ganz allein mit Mama. Er, das Christkind, und ich. An jenem ruhigen Abend kurz vor Geschäftsschluss…

Und mir will einer erzählen, Weihnachten habe jeden Zauber verloren und sowas wie das Christkind gäbe es nicht… 😉

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Eine Antwort auf „Liebes Christkind!…“

  1. Du fängst den Zauber für Deine Kinder ein, Du lebst mit ihnen die Wärme dieser kalten Tage. Sie können mit der gleichen Freude und Dankbarkeit darauf zurückgreifen, wenn sie an der Reihe sind, es weiter zu geben.




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